Tipps bei häufigen Erkrankungen und Beschwerden

Infekt der oberen Luftwege mit und ohne Fieber

Infekte der oberen Luftwege gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Störungen jeden Alters. Sie werden auch als „Erkältung“ oder „grippale“ Infekte (vor allem, wenn mit Fieber einhergehend) bezeichnet und sind ansonsten von Schleimsekretion der Nase, Halsschmerzen, Hustenreiz und mehr oder minder starkem Krankheitsgefühl charakterisiert. Das Wort „Infekt“ bedeutet dabei, dass es sich um leicht übertragbare bzw. ansteckende Krankheiten handelt, während das Wort „Erkältung“ die Beobachtung beinhaltet, das solche Erkrankungen oft zum Ausbruch kommen, wenn man falsch bekleidet war und fror. Tatsächlich gibt es für diese Beobachtung eine wissenschaftliche Erklärung: so kann man nachweisen, dass die Konzentration von Abwehrstoffen (Immunglobulin A) auf den Schleimhäuten der Nase absinkt, wenn die Füße einer Testperson gekühlt werden bzw. die Testperson friert; vorhandene Krankheitserreger können nun die Schleimhautbarriere überwinden und eine Erkältung auslösen. Wenn auch das Wort „grippaler Infekt“ darauf hinweist, dass die Symptome eines Infektes denen einer Grippe ähneln können, so sollte dies nie dazu führen, die echte Grippe mit einem solchen Infekt zu verwechseln. Die echte Grippe führt zu hohem Fieber (in der Regel mehr als 39 Grad Celsius) und starkem Krankheitsgefühl (Glieder- und Kopfschmerzen, meist mit Bettlägerigkeit), während die Beteiligung der Nasenschleimhäute eher gering ausfällt oder fehlt. Nur gegen sie, nicht aber gegen die über 200 verschiedenen Viren, die einen Infekt verursachen können, ist eine Impfung möglich und sinnvoll.

Eine weitere häufige Erkrankung, die sich im Bereich der oberen Luftwege abspielt und mit einer Erkältung verwechselt werden kann, ist die eitrige Mandelentzündung; sie beginnt, ähnlich der Grippe, meist relativ abrupt mit hohem Fieber, Krankheitsgefühl und ohne weitere Erkältungssymptome; da es sich bei ihr um eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung handelt, kann und muss sie mit Antibiotika behandelt werden, insbesondere um Organschäden durch Bakteriengifte und die Immunantwort des Körpers (das früher gefürchtete rheumatische Fieber) zu verhindern.

Der virale bzw. „banale“ oder unkomplizierte Infekt, läuft zumeist nach einem gewissen Schema ab. Nicht umsonst heißt es:

„Drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er“, wobei die Dauer der einzelnen Phasen durchaus kürzer oder länger sein kann. Dabei ist die erste Phase vor allem durch die, noch mehr oder weniger vom Immunsystem ungehinderte, Vermehrung des Erregers auf den Schleimhäuten gekennzeichnet. Durch das Eindringen des Erregers werden die Schleimhautzellen gereizt und geschädigt und die Selbstreinigung durch die so genannten Flimmerhärchen kommt zum Erliegen. Die Nasenschleimhäute „wehren sich“ mit einer Produktion dünnen Nasensekretes, welches die Erreger fortspülen soll, aber häufig selbst zum günstigen Nährboden für Erreger wird. Die Anschwellung der Nasenschleimhäute (durch verstärkte Durchblutung soll eigentlich das Immunsystem unterstützt werden) behindert die Nasenatmung und verhindert die Belüftung der Nasennebenhöhlen und des Mittelohres vom Nasenrachen her. Die Schleimhäute im Rachen- Kehlkopf und Luftröhrenbereich trocknen durch die verstärkte Mundatmung, das falsch zusammengesetzte Sekret und die fehlende Flimmerhärchentätigkeit aus, was sich durch Halsschmerzen, Kratzen im Hals und (trockenen) Husten bemerkbar macht. Durch die von den Viren und unseren Abwehrzellen produzierten Substanzen wird das Temperaturzentrum des Körpers irritiert (mit Wechsel zwischen Schwitzen und Frieren sowie entsprechenden Schwankungen der Körpertemperatur) und das typische Krankheitsgefühl ausgelöst.

Die zweite Phase ist durch die Eindämmung der Virenausbreitung durch unser Immunsystem charakterisiert. Während das Sekret der Nasenschleimhäute zurückgeht, wird nun auch in den Bronchien vermehrt ein zähflüssiges Sekret produziert, welches aber noch nicht richtig abtransportiert werden kann. Die Schädigung der Schleimhautzellen hält an, so dass insbesondere jetzt, aber auch in der folgenden Phase 3, der „Reparaturphase“, Bakterien, die auf den zähen Sekreten Vermehrungsmöglichkeiten finden, zu einer zweiten Infektionswelle, der so genannten „bakteriellen Superinfektion“ führen können. Diese zweite Infektionswelle (nach der Vorstellung unserer Großmütter der „Rückfall“) ist häufig durch (erneuten) Fieberanstieg, neuerliches Krankheitsgefühl und eitriges Sekret bzw. Auswurf (gelblich-grün) gekennzeichnet und kann die Form eine eitrigen Bronchitis, einer Lungenentzündung, einer eitrigen Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Mittelohrentzündung annehmen. Spätestens jetzt sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen, um gegebenenfalls eine jetzt notwendige Antibiotikatherapie einzuleiten.

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Akuter Magen-Darm-Infekt

Akute Magen-Darminfekte mit Durchfall und/oder Erbrechen sind bei Kindern wie Erwachsenen häufig und werden meist von Viren, manchmal auch von Bakterien oder anderen Ursachen ausgelöst; sie sind meist harmlos, wenn man einige Verhaltensregeln beachtet.

Antibiotika sind, bis auf seltene Ausnahmefälle, ebenso wie Medikamente, die die Darmtätigkeit lähmen, nicht angebracht. Dies nicht nur, weil die häufigsten Ursachen für Durchfälle (Viren) sowieso nicht mit Antibiotika bekämpft werden können und Antibiotika selbst Durchfälle auslösen; zudem hat sich gezeigt, dass viele Durchfallerreger durch Antibiotagabe sogar noch länger im Körper bleiben als ohne. Gibt man unserem Körper hingegen die Möglichkeit, mit dem hervorragenden, darmeigenen Immunsystem die Keime selbst zu bekämpfen, wird er mit den meisten Krankheitserregern fertig werden. Vorsicht ist geboten bei Durchfällen mit krampfartigen Bauchschmerzen, bei blutigen und schleimigen Durchfällen sowie bei schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes, insbesondere bei Kindern (Weinerlichkeit, Teilnahmslosigkeit, „Augenringe“, dunkler Urin oder Versiegen des Urins). Sollten Sie diese Zeichen an sich oder Ihrem Kind beobachten, sollten Sie sich in jedem Falle ärztlichen Rat einholen, auch wenn Sie vorher schon beim Arzt waren. Zu Beginn einer Durchfallerkrankung ist es außerdem sinnvoll, das Körpergewicht festzuhalten, da eine Gewichtsabnahme um mehr als 5% stets einen Hinweis auf einen ernstzunehmenden Flüssigkeitsverlust bedeutet.

Solange die oben genannten Warnzeichen nicht bestehen, ist es unsere Aufgabe, dem Organismus zu helfen, die eintretenden Flüssigkeit- und Mineralsalzverluste auszugleichen und nach einer kurzen „Schonzeit“ die reguläre Darmtätigkeit wieder aufzunehmen.

Dazu hat sich ein stufenweises Vorgehen bewährt:

1. Stufe: Flüssigkeits- und Salzverlustausgleich:

in den ersten 6 Stunden werden je nach Alter und Gewicht Flüssigkeit und Mineralsalze zugeführt. Bei Säuglingen und Kleinkindern würde man, je nach Gewicht und Flüssigkeitsverlust, zwischen ¼ - 1 l einer fertig gemischten Pulverlösung (etwa Oralpädon oder …) einsetzen. Stillkinder werden weiter gestillt! Bei älteren Kindern kann man sich die Minerallösung als „Salztee“ selbst herstellen (s. unten); je nach Körpergewicht sind hier größere Mengen (evtl. 2-3 Liter) erforderlich. Bei starkem Brechreiz hat sich bewährt, die Flüssigkeit kühlschrankkalt und teelöffelweise „einzuflößen“. Das „Hausmittel Cola und Salzstängchen“ hat ausgedient, da der Zuckergehalt von Cola so hoch ist, das es zu einer Verstärkung des Durchfalles durch Bindung der Flüssigkeit im Darm kommen kann.

2. Stufe: Schonende Wiedergewöhnung:

nach langsamer Rückkehr des Appetites beginnt man vorsichtig, wieder Nahrung aufzunehmen. Nichtgestillte Säuglinge erhalten bis zum 7. Lebensmonat ihre gewohnte Milch zunächst mit 2 Teilen, dann mit einem Teil Wasser verdünnt, bei älteren Säuglingen kann sofort wieder mit der gewohnten Nahrung begonnen werden. Ältere Kinder und Erwachsene erhalten eine „Schonkost“, d.h. Nahrungsmittel, von denen man weiß, dass sie gut vertragen werden. Beispiele sind Nahrungsmittel, die Möhren, Kartoffeln und Bananen enthalten, durch ihren Gehalt an Pektinen (nichtverdauliche Zuckermoleküle) binden sie bakterielle Giftstoffe an das Darminnere und sorgen für einen wieder festeren Stuhl.

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letzte Änderung: 13.02.07